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Unternehmensinsolvenzen in Nordrhein-Westfalen auf Zehnjahreshoch, auch bundesweit weiterhin auf hohem Niveau
In Nordrhein-Westfalen haben die Unternehmensinsolvenzen lt. aktuell veröffentlichten Zahlen von IT.NRW im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Die Amtsgerichte meldeten 3.428 beantragte Unternehmensinsolvenzen, was einem Anstieg von 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit wurde der höchste Stand seit dem ersten Halbjahr 2016 erreicht. Bis zum ersten Halbjahr 2022 war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf 1.805 Fälle zurückgegangen, seitdem ist wieder ein kontinuierlicher Anstieg zu beobachten. Besonders stark von Insolvenzen betroffen waren dabei die Bereiche Verkehr und Lagerlogistik, das Bau- sowie das Gastgewerbe. Die gestiegene Zahl der Insolvenzen geht dabei jedoch nicht mit einer entsprechend höheren Zahl betroffener Arbeitsplätze einher - die Zahl der von den Insolvenzen betroffenen Beschäftigten ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34,9 Prozent zurück, die voraussichtlichen Forderungen sanken um 16,3 Prozent.
Auch die Gesamtzahl der Insolvenzverfahren in Nordrhein-Westfalen ist gestiegen, die Zahl der Privat- beziehungsweise Verbraucherinsolvenzen erhöhte sich dabei um 10,1 Prozent auf 10.322 Verfahren.
Aktuelle Insolvenzzahlen des Statistischen Bundesamts zeigen weiterhin hohes Niveau
Bundesweit bleibt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ebenfalls über dem Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 12.812 Unternehmensinsolvenzen registriert, 6,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit wurde bundesweit der höchste Wert für ein erstes Halbjahr seit 2013 erreicht.
Auch bei den Verbraucherinsolvenzen zeigt sich bundesweit ein Anstieg: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 38.932 Verfahren registriert, 2,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
IWH-Insolvenztrend: Rückgang im August, aber keine Entspannung
Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zeigt im aktuellen Insolvenztrend für August eine kurzfristige Verbesserung. Mit 1.525 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften wurden zehn Prozent weniger Fälle registriert als im Juli. Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet dies allerdings weiterhin einen Anstieg um neun Prozent, gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 sogar um 63 Prozent. Nach den absoluten Höchstwerten der vergangenen Monate wertet das IWH den Rückgang der Insolvenzzahlen im August eher als Verschnaufpause denn als Entwarnung. Trotz erster konjunktureller Erholungssignale bleibt das Insolvenzgeschehen auf einem hohen Niveau.
Die aktuellen Zahlen von IT.NRW und dem Statistischen Bundesamt zeigen ebenso wie der IWH-Insolvenztrend ein weiterhin erhöhtes Insolvenzgeschehen. Zwar ist im August ein Rückgang gegenüber dem Vormonat zu beobachten, die Frühindikatoren des IWH deuten jedoch darauf hin, dass die Insolvenzzahlen auch in den kommenden Monaten erhöht bleiben könnten.
Quellenhinweise:
Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen – IT.NRW, Pressemeldung vom 10.9.26: „NRW: Unternehmensinsolvenzen im 1. Halbjahr 2026 auf Zehnjahreshoch“
Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 325 vom 11. September 2026: „Unternehmensinsolvenzen im Juni 2026: +15,8 % gegenüber Juni 2025“
Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Pressemitteilung 26/2026 - IWH-Insolvenztrend: Firmenpleiten gehen im August zurück, bleiben aber auf hohem Niveau

