News

Insolvenzen in Deutschland weiter steigend, viele Arbeitsplätze betroffen

Im Februar 2026 ist die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland erneut gestiegen. Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) analysiert, wurden 1.466 Insolvenzen verzeichnet. Dies bedeutet einen Anstieg von 5 Prozent gegenüber Januar und 2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Im Vergleich zu den Jahren vor der Corona-Pandemie liegt die aktuelle Zahl sogar 58 Prozent höher.

Viele Arbeitsplätze betroffen

Besonders dramatisch ist die Situation für die Beschäftigten: In den zehn Prozent der insolventen Unternehmen mit den meisten Mitarbeitenden waren im Februar über 23.000 Arbeitsplätze betroffen. Das entspricht einem Anstieg von 38 Prozent gegenüber Januar und von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Zahl der von Großinsolvenzen betroffenen Arbeitsplätze bietet eine gute Annäherung an die Gesamtzahl der durch Insolvenzen gefährdeten Jobs. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 hat sich diese Zahl fast vervierfacht. Besonders auffällig unter den größten Insolvenzen war die hohe Zahl der betroffenen Krankenhäuser, Kliniken und anderer Gesundheitsdienstleister, darunter ein großes Klinikum in Friedrichshafen mit über 1.500 Beschäftigten.

Die IWH-Insolvenzforscher prognostizieren, dass die Zahl der Insolvenzen auch in den kommenden Monaten auf hohem Niveau bleiben und möglicherweise sogar weiter ansteigen wird.

Unternehmensinsolvenzen 2025 in Nordrhein-Westfalen: Mehr Verfahren, weniger Betroffene

Gleichzeitig veröffentlichte der nordrhein-westfälische Landesbetrieb IT.NRW die endgültigen Zahlen der Entwicklung bei den Insolvenzen im Vorjahr. Demnach meldeten die Amtsgerichte in Nordrhein-Westfalen 6.502 beantragte Unternehmensinsolvenzen, was einen Anstieg von 15,3 Prozent gegenüber 2024 (5.640 Verfahren) bedeutet. Die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze sank jedoch um ca. 33 Prozent auf 37.135 im Vergleich zum Vorjahr.

Besonders auffällig war der Anstieg der Verbraucherinsolvenzen. Diese erhöhten sich um 14,4 Prozent auf 19.777 Verfahren, im Vergleich zu 17.285 Verfahren in 2024.

Quellenhinweise:
Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Pressemitteilung 7/2026: "IWH-Insolvenztrend: Anstieg bei Firmenpleiten im Februar betrifft viele Jobs"
Landesbetrieb IT.NRW, 10. März 2026: NRW: "Rund 15 % mehr Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2025"

Zurück