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Insolvenzzahlen bleiben trotz leichtem Rückgang auf hohem Niveau, Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
Trotz des Rückgangs bleibt das Niveau der Insolvenzen weiterhin deutlich erhöht. Auffällig ist die steigende Zahl der von Insolvenzen betroffenen Arbeitsplätze. Im Mai waren allein in den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen 15.000 Arbeitsplätze betroffen. Dies entspricht einem Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vormonat, 27 Prozent gegenüber Mai 2024 und sogar 130 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der Vor-Corona-Jahre. Besonders hohe Insolvenzzahlen wurden in den Branchen Bau, Handel und Verarbeitendes Gewerbe verzeichnet, wobei im Baugewerbe der bisherige Höchststand aus dem März 2025 noch einmal leicht übertroffen wurde. Überdurchschnittlich viele betroffene Arbeitsplätze entfielen auf den Bausektor und unternehmensnahe Dienstleistungen.
Die Frühindikatoren des IWH lassen für den Juni leicht sinkende Insolvenzzahlen erwarten, dennoch rechnen die Experten weiterhin mit einem erhöhten Niveau an Unternehmensinsolvenzen.
Hohe Arbeitsplatzverluste auch im Vorjahr
Laut einer Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hat die deutsche Industrie bereits im vergangenen Jahr rund 100.000 Arbeitsplätze verloren. Besonders betroffen war die Automobilindustrie mit einem Rückgang von etwa 45.400 Stellen. EY prognostiziert, dass der Stellenabbau in der deutschen Industrie bis Ende des Jahres weitergehen wird, mit einem Verlust von mindestens 70.000 weiteren Arbeitsplätzen.
Hauptursachen sind lt. der Pressemitteilung zur aktuellen Studie „EY Industrie-Barometer“ die schwache Nachfrage, hohe Kosten und der Druck durch internationale Wettbewerber. Besonders in der Automobilindustrie und im Maschinenbau setzen Unternehmen verstärkt auf Kostensenkungsprogramme, die auch den Abbau von Arbeitsplätzen umfassen.
Quellenhinweise:
Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Pressemitteilung 18/2025: „IWH-Insolvenztrend: Weniger Firmenpleiten im Mai, aber mehr Jobs betroffen"
EY GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Pressemitteilung vom 7. Juni 2025, „100.000 Industriejobs binnen eines Jahres verloren gegangen“

